Verloren und gerettet

"Mit der Botschaft vom Kreuz ist es nämlich so: In den Augen derer, die verloren gehen, ist sie etwas völlig Unsinniges; für uns aber, die wir gerettet werden, ist sie ´der Inbegriff von` Gottes Kraft."1Kor 1,18


Die Bibel spricht oft davon, dass ein Mensch verloren sein kann. Und eben auch, dass die gute Botschaft der Bibel beinhaltet, dass wir Menschen gerettet werden können. Traditionell werden beide Zustände auf das Jenseits bezogen gedeutet. Gerettet ist daher jeder, der durch den Glauben an Jesus vor dem Gericht Gottes gerettet wird und in den Himmel kommt. Genauso ist verloren, wer nicht an Jesus glaubt und daher in die Hölle kommt. In der letzten Zeit inspirieren mich Theologen, die Verlorensein und Gerettetsein als Zustände ansehen, die sich im hier und jetzt manifestieren und im Jenseits lediglich ihre Fortsetzung erfahren. Wenn man so will liegt der Fokus darauf, was Himmel und Hölle auf Erden sind. Um eine Vorstellung so eines Lebens zu bekommen kann es hilfreich sein, eine Sprache zu wählen, die nicht durch eine feste Belegung ihrer Begriffe meine Vorstellung bereits in eine eingefahrene Richtung lenken. Mich hat daher das Lied „Come alive“ der Foo Fighters sehr inspiriert.

 

Ich möchte einfach kurz beschreiben, was dieser Song mir persönlich sagt. Vermutlich werden die Autoren den Text ganz anders gemeint haben, aber sicher darf jeder das hineininterpretieren, was er darin sieht.

 

Im Text beschreibt eine Person einen Zustand der bloßen Existenz, nicht aber des lebendig seins. Dieser Zustand ist für mich eine tolle Beschreibung eines verlornen Menschen. In diesem Zustand gibt es nichts zu sehen, nichts, worauf man zurückschauen könnte. Keine Inspiration, nichts, das einem Neugierde erwecken könnte. Langeweile. Es gibt keine Erinnerungen, die es wert sind, hervorgekramt zu werden. Die Vergangenheit wertlos, vergebens und verschwendet. Dieser Zustand ist farblos, ein verblasst in der Schwärze. Die Person kann sich kaum noch fühlen – Gefühlslos. Keine Freude, keine Trauer – Leere. Der Grund ist, dass sich diese Person mit Alkohol betäubt hat.

 

Verzweifelt, sinnlos.

 

Alles gefüllt mit Leere. Das leben fühlt sich voll an, aber gefüllt mit Leere. Es ist keine Ruhe da, kein Freiraum keine Freiheit. Es ist ein gefülltes Leben, prall gefüllt. Aber mit Leere. Mit Dingen, die nicht erfüllen, sondern leer machen, aussaugen, Energie rauben, Hoffnung wegnehmen.

 

Dann gibt es dieses Gefühl, dass alles gesagt ist, alles getan ist. Es gibt scheinbar nichts mehr, was diese Person zu sagen hat. Und nichts mehr zu tun, was diese Person als wichtig empfindet.

 

Stattdessen liegt die Person in der Dunkelheit und schließt die Augen. Das ist die Haltung eines Toten: liegen, sich nicht mehr aufraffen, nichts mehr bewegen. Augen schließen, nichts mehr in Angriff nehmen, keine Initiative, nichts mehr ins Auge fassen.

 

Orientierungslos die Zeit totschlagen. Trotzdem eine Art innerliches verbrennen. Sodbrennen der Seele. Aber man übertönt das, man frisst es in sich hinein. Es gibt Gefangensein im eigenen Körper. In eigenen Gewohnheiten und Schwächen und in Scham. Kapitulation. Nichts mehr zu geben, nichts mehr haben…keinen Wert, keinen Auftrag, keine Bestimmung, keinen Nutzen,…Nichts.

 

Dann gibt es aber ein Gegenüber in diesem Lied. Ein DU. Und es gab einen Tag, an dem dieses du lebendig geworden ist. Von den Toten auferstanden ist. Hoffnung. Leben. Rettung.

Du hast mich gerettet, an dem Tag, als du lebendig geworden bist.

 

Jesus ist auf diese Erde gekommen und das, was sein Biograph Johannes am erstaunlichsten fand war, dass dieser Jesus wirklich lebendig war. Er sagt: „In ihm (Jesus) war Leben und das Leben war das Licht der Menschen“ (Joh 1). Und immer da, wo Menschen diesem Jesus begegnen, sich auf ihn einlassen, ihm glauben und mit ihm gehen, ihm nachfolgen – da entsteht Leben. „Das Leben gehört den Ausreißern“ singen die Foo Fighters. Und mit Jesus werden wir Ausreißer. Dann gibt es ein Leben der Inspiration. Dinge, die es wert sind zu sehen, Erfahrungen, die es wert sind gemacht zu werden. Erinnerungen die wertvoll sind. Farbe. Vielfalt. Schönheit. Echte Gefühle.

 

Es gibt Hoffnung, es gibt Mut. Es gibt Freiraum, Freiheit und doch Fülle und Erfülltsein. Dann gibt es Dinge, die gesagt werden müssen, dann gibt es Dinge, die unbedingt getan werden müssen. Dann wird man genau hinhören wollen, auf die innere Stimme, auf das was uns unser Herz zu sagen hat. Denn es wird Gott sein, der zu uns und in uns redet. Dann können die leidvollen Erfahrungen mit Jesus besprochen werden, man kann Dinge abgeben, auf Jesus werfen: „werft eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich für euch!“. Dann müssen wir nicht Kapitulieren, nein – wir nehmen ein. Wir gehen weiter vorwärts, denn dann gibt es etwas, für das wir uns einsätzen, etwas, das wir wichtiger als uns selber erachten: Das Reicht Gottes. Dann können wir die Augen in der Dunkelheit aufmachen, dann wird in uns Licht sein, dass uns gerade genug Sicht für den nächsten Schritt bietet. Licht, das die Dunkelheit um uns besiegt. Das ist sein Leben in uns. Durch ihn können wir lebendig werden  Frei sein von Schuldgefühlen, mit einem gesunden Selbstwertgefühl mit empfangener Vergebung, und Freiheit von Bitterkeit. Mit einer reinen Seele, mit Hoffnung und mit Leidenschaft. Atmen der Seele.

1 Kommentar 10.1.11 16:02, kommentieren

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