Die Seligpreisungen erklärt (Matthäus 5, 1-11)

In der Bergpredigt lehrt Jesus über verschiedene Grundsätze des Reiches Gottes. Er erklärt, welche Werte, welcher Herzschlag und welche Art von Kultur das Reich Gottes ausmachen. Zu Anfang geht es um die sogenannten „Seligpreisungen“. Die Seligpreisungen haben gemeinsam, dass sie jeweils definieren, welche Art von Menschen als glückselig gelten. Was auch immer mit diesem Begriff gemeint ist, es hat etwas damit zu tun, dass man etwas sehr entscheidendes richtig macht. Menschen, die so leben, die kommen dem sehr nahe, was Gott sich unter Menschsein vorstellt. Diese Art von Menschen sind im Reich Gottes willkommen, ja sie repräsentieren das Reich Gottes. Nun werden verschiedene Attribute genannt, die diese Menschen charakterisieren. Zu allererst wird genannt, dass Menschen, die „arm im Geist“ sind das Reich der Himmel geschenkt bekommen bzw. ererben werden. Dieser Begriff ist unterschiedlich verstanden worden. Vielleicht interpretiert die „Neues Leben Übersetzung“ diesen Text am besten, hier wird übersetzt: „die erkennen, dass sie Gott brauchen“. Demnach ist die Voraussetzung, um am Reich Gottes teilhaben zu können, das Bewusstsein, dass es ohne Gott nicht geht. Weder in diesem Leben, noch in einer zukünftigen Welt. Weitere Attribute sind Traurigkeit, Freundlichkeit, Bescheidenheit, der Hunger nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, ein reines Herz, das Bemühen um Frieden, das aushalten von Verfolgung aufgrund der Bemühung für Gerechtigkeit (V.2-12). Hier wird ein sehr interessantes Bild gezeichnet. Zum einen geht es um Menschen, die sich von dem Zustand dieser Welt noch bewegen lassen. Wann war das letzte Mal, dass ich über den Zustand dieser Welt und bestimmter Menschen weinen musste? Wer Teil des Reiches Gottes ist, der sieht nicht weg, der betäubt sich nicht, der stumpft nicht ab, sondern der leidet und empfindet mit. Sie werden allerdings nicht bitter, sie sind durch Freundlichkeit gekennzeichnet. Sie kämpfen gegen die Ungerechtigkeit der Welt an, aber sie gehen niemals mit Gewalt vor. Ihre Waffen sind Liebe und Aufopferung. Deswegen halten sie sogar Verfolgung aus, aber sie behalten ein reines Herz. Ihre Motive sind der Hunger nach Gerechtigkeit, kein Hass. Hinter dem Begriff der Gerechtigkeit steht der Gedanke, dass jeder das bekommen soll, was ihm zusteht. Somit wendet sich der Begriff gegen jede Art von Ausbeutung, Diskriminierung, Benachteiligung und Ausgrenzung. Sie bemühen sich für den Frieden. Im jüdischen Denken war Frieden immer die Sehnsucht nach dem Schalom. Damit ist der Frieden zwischen Gott und Mensch, zwischen den Menschen untereinander, Frieden mit der Umwelt und Frieden mit sich selber gemeint. Was hier auffällt ist, dass es immer um das Herz des Menschen geht. Es geht nicht um den richtigen Glauben im Sinn einer dogmatischen Rechtgläubigkeit. Es geht maximal darum, ob man die Hoffnung für diese Welt bereits aufgegeben hat oder nicht. Der essentielle Glaube ist der Glaube an die Zukunft der Welt.

12.8.11 21:54

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